Große Alarmübung in der Schwälbchen-Molkerei

Den Ernstfall probten die Freiwillige Feuerwehren der Stadt Bad Schwalbach zusammen mit den Feuerwehren aus Lorch am Rhein und Heidenrod-Kemel am 30.06.2012 auf dem Gelände der Schwälbchen-Molkerei in Bad Schwalbach. Verschiedene Einsatzfahrzeuge und insgesamt ca. 80 Feuerwehrleute waren an der Großübung beteiligt.

Simuliert wurden der Austritt des Gefahrstoffs Ammoniak, das bei der Molkerei als Kühlmittel gebraucht wird. Zusätzlich waren auch noch Schäden im acht Tonnen fassenden Ammoniaklager zu bekämpfen. Parallel zum Ammoniakaustritt verlangte die Bekämpfung mehrerer Brände auf dem Molkereigelände sowie die Rettung von verletzten bzw. vermissten Personen den Einsatzkräften einiges ab.
Zur Unterstützung der Wasserversorgung vor Ort wurden zusätzlich Schlauchleitungen von der Aar bis zur Einsatzstelle verlegt. Zur Dekontamination der eingesetzen CSA-Träger richteten die Rettungskräfte einen Dekon-Platz ein, damit die CSA-Anzüge nach ihrem Einsatz abgewaschen werden können und gesundheitsgefährdende Stoffe nicht verschleppt werden.

Zur Absicherung und weiterer Erkundungen innerhalb des Gebäudes wurden die CSA-Träger der Feuerwehr Kemel gegen 10:10 Uhr nachalarmiert. Als Einsatzauftrag hatten wir das Retten vermisster Personen sowie das Lokalisieren und Melden mehrerer Ammoniak-Leckagen an den Rohrleitungen im Gebäudeinneren unter Atemschutz und CSA abzuarbeiten, wobei ein Trupp zusätzlich die Konzentration des Ammoniak in der Umgebungsluft im Gebäude messen sollte.

Ammoniak ist ein farbloses, stark stechend riechendes Atemgift, das beim Einatmen der Dämpfe insbesondere Schleimhäute und Augen reizt und verätzt. Beim Einatmen hoher Konzentrationen besteht Lebensgefahr. Das Annähern an den Schadensbereich darf nur in speziellen Chemikalienschutzanzügen (CSA) und Atemschutz erfolgen.

Alles in einem war dies eine äußerst interessante und erfolgreich verlaufene Großübung, die gezeigt hat, wie wichtig die Kommunikation und Zusammenarbeit von gemeindeübergreifenden Feuerwehren bei einer Großschadenslage dieser Art ist.



Bilder: Feuerwehr Kemel

siehe auch ausführlicher Bericht im Wiesbadener Tagblatt vom 02.07.2012
Link: http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/untertaunus/bad-schwalbach/12151506.htm

 

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