Gemeinsame Zugübung der Feuerwehren Kemel, Springen, Mappershain und Wisper am 05.09.2011

In einem Wald, irgendwo in Heidenrod: Flammen lodern aus dem Motorraum eines Opel Kadett, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Dessen Fahrerin ist nicht mehr bei Bewusstsein, hinter dem Steuer eingeklemmt – und auch ihrem Beifahrer scheint es nicht besser ergangen zu sein. Auf der schmalen Zufahrt irrt eine verstört wirkende Person um ein weiteres Fahrzeug – doch ihre einzige Sorge scheint nur die eigene Gesundheit zu sein. Hier muss sich kurz vorher etwas Schreckliches abgespielt haben und jeder der gleich hier eintreffenden Feuerwehrleute wird wissen: Hier ist jetzt schnelle Hilfe gefragt.

Zum Glück handelt es sich heute nur um eine Übung. Um die Zusammenarbeit im Ernstfall zu fördern und zu verbessern, haben einige Heidenroder Ortsfeuerwehren vor geraumer Zeit die Intensivierung und Koordinierung der ständigen Fortbildung vereinbart. Und so stand am 05.09.2011 wieder eine gemeinsame Zugübung der Wehren aus Kemel, Springen, Mappershain und Wisper auf dem Plan.

Der Schwerpunkt lag bei dieser Übung auf der patientenorientierten Versorgung und Rettung der eingeklemmten Person aus dem Pkw sowie dem schnellen Aufbau einer ausreichenden Wasserversorgung für die Brandbekämpfung. An Stelle des brennenden Pkw wurde ein eigens dafür aufgetürmter Holzscheithaufen entzündet. Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass alle umweltschädlichen Flüssigkeiten im Voraus aus dem Pkw abgelassen und entsorgt wurden.

Das Übungsszenario sah vor, dass sich in der Nähe des Wispersees ein Verkehrsunfall ereignet habe. Doch wie in der Realität weiß man als Feuerwehrmann auch hier nie genau, welche Herausforderungen auf einen warten: Denn noch während der Anfahrt teilte die eigens eingerichtete „Übungsleitstelle“ über Funk mit, dass eines der beteiligten Fahrzeuge brennen würde. In diesem Fall muss sich ein Angriffstrupp möglichst schnell mit schwerem Atemschutz ausrüsten. Auch für die Einsatzkräfte aus Kemel kein Problem, denn direkt in der Mannschaftskabine ihres Hilfeleistungs-Löschfahrzeugs (HLF) 16 befinden sich zwei komplette Atemschutzausrüstungen, die während der Anfahrt angelegt werden können.

Sechs Minuten sind vergangen, seit der Alarm ausgelöst wurde. Die Kräfte aus Kemel treffen mit ihrem HLF und ihrem Mannschaftsbus als erstes an der Unfallstelle ein, gefolgt von den übrigen Wehren. Am Unfallort angekommen, fanden die Einsatzkräfte gemäß der Übungsbeschreibung auf dem Waldweg ein verunglücktes Fahrzeug mit einer darin befindlichen verletzten Person vor. Auf dem Zettel, den der Übungsleiter zuvor an den Pkw geheftet hatte, war zu lesen: „Fahrer: Bewusstlos und eingeklemmt, Füße klemmen in den Pedalen. Beifahrer: Crash-Rettung notwendig.“

Der Einsatzleiter teilte den Einsatz schnell in zwei Abschnitte und stellte den ansprechbaren Opfern Betreuungspersonen zur Seite, die diese im Rahmen der medizinischen und psychischen Ersten Hilfe betreuten.
Da sich der Brand auf den Wald auszubreiten drohte, entschied der Einsatzleiter, schnell eine dauerhafte Wasserversorgung aufzubauen und das hierfür benötigte Löschwaser aus dem nahe gelegenen Wispersee zu speisen, um die Fahrzeuge an der Einsatzstelle mit Löschwasser zu versorgen. Nach nur acht Minuten war die Leitung vom See bis zur Brandstelle auf einer Entfernung von ca. 350m und 25m Höhenunterschied gelegt. Zwischenzeitlich konnten die Kameraden mit hydraulischen Rettungsgeräten die eingeklemmten Personen aus dem Pkw befreien. Nach weiteren fünf Minuten war auch der Brand unter Kontrolle und die Übung konnte als beendet erklärt werden.

In der anschließenden Nachbesprechung wurde die Übung von den beteiligten Führungskräften als Erfolg gewertet, zumal die Zusammenarbeit der Wehren überwiegend gut funktioniert hat. Dennoch sind zweifellos weitere Einsatzübungen notwendig, um das vorhandene Wissen zu festigen und die feuerwehrtechnischen Abläufe zu optimieren.

Ein großer Dank gilt allen beteiligten Kräften, insbesondere der Revierförsterei Kemel-Springen, die das Üben in dem Waldgebiet nicht zuletzt durch die Bereitstellung von Brennmaterial erst möglich gemacht hat. Wir danken auch allen Helfern, insbesondere Susan Baus, Tobias Groß und Bernd Ruppert, die diese Übung vorbereitet und begleitet haben.

Video (MP4-Format, ca. 16 MB, DSL empfohlen)

Text und Bilder: Feuerwehr Kemel

 

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